„Aufgabenblätter per Mail sind kein digitaler Unterricht“

„Aufgabenblätter per Mail sind kein digitaler Unterricht“

„Klar ist, die Pandemie wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Das heißt auch, dass es nicht von jetzt auf gleich wieder normalen Unterricht geben wird. Darauf müssen sich die Schulen vorbereiten. Die jetzige Versorgung ist katastrophal. Aufgabenblätter per Mail ersetzen keinen Unterricht! Es braucht bessere digitale Infrastruktur für den Unterricht zuhause. Die hessische Landesregierung muss sich dagegen stemmen, dass die jetzt schon benachteiligten Schülerinnen und Schüler noch mehr unter der mangelhaften digitale Infrastruktur leiden. Da steht auch der Wiesbadener Landtagsabgeordnete Alexander Lorz als Kultusminister besonders in der Pflicht“, betonte die Vorsitzende der Jusos Wiesbaden Silvana Sand.

Der Zugang zur Bildung muss weiter hohe Priorität haben, dass dies nicht nur analog geschehen kann, ist leider unvermeidlich. Deswegen braucht es eine stärkere digitale Bildungsinfrastruktur. Die Wiesbadener Jusos sehen jetzt vor allem die Landesregierung in der Pflicht Mindeststandards für den Unterricht von zu Hause zu schaffen. „Dazu gehört eine ausreichende und qualitativ angemessene Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten. Es gibt Haushalte, die nur einen Computer haben, der dann auch noch fürs Homeoffice benötigt wird. Deswegen reicht es nicht sich nur auf dem Bundesprogramm für die Anschaffung digitaler Endgeräte auszuruhen. Lehrerinnen und Lehrer müssen außerdem schnellst möglichst weitergebildet werden. Auch braucht es individuelle Nachhilfeangebote, digital oder per Telefon. Außerdem besteht keine Klarheit, wenn es um Datenschutzbestimmungen geht. Welche Plattformen zur Kommunikation dürfen die Schulen, Schülerinnen und Schüler nutzen? Wie werden Noten versendet? Es muss Möglichkeiten geben, wie Schülerinnen und Schüler auch gemeinsam lernen können, um sich den Schulstoff gemeinsam zu erarbeiten. Und schließlich braucht es eine umfassendere Notbetreuung. In Rheinland-Pfalz z.B. ist die Notbetreuung nicht nur für bestimmte Berufsgruppen offen“, sagte die Juso-Vorsitzende.

„Die Schließung der Schulen ist richtig gewesen, nicht nur um die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler zu schützen, sondern auch aus Solidarität mit allen Risikogruppen. Die Situation ist nicht nur für die Schülerinnen und Schüler herausfordernd, sondern auch für die Lehrerinnen, Lehrer und das Schulpersonal. Unter den gegebenen Umständen leisten sie viel und verdienen mehr Unterstützung durch die Landesregierung. Weiter gilt es Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, aber auch für mögliche weitere Infektionswellen bereit zu sein. Die Schülerinnen und Schüler können sich da keine weiteren digitalen Versäumnisse der Landesregierung leisten“, schließt Sand.

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