Klimanotstand ernst nehmen: Aktionsplan für klimaneutrale städtische Gebäude jetzt!

Klimaneutrale Gebäude, Solarkraftanlagen und bessere Beratung als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Anlässlich des weltweiten Klimastreiks am 20. September haben die Jusos Wiesbaden weitere Klimaschutzmaßnahmen in Wiesbaden angemahnt. Konkret fordern sie einen Aktionsplan für die klimaneutrale Sanierung aller städtischen Verwaltungs-und Schulgebäude bis 2035. Dazu gehören Wärmedämmung, Passivhausbauweisen und Solaranlagen auf Dächern – aber auch auf Privatdächern braucht es in Wiesbaden mehr Solarkraftanlagen. Der Vorsitzende der Jusos Wiesbaden, Fabian Pflume, bemerkt dazu: „Wenn die Stadt es mit dem Klimanotstand ernst meint, muss mehr getan werden – gerade im Hinblick auf klimaneutrale Gebäude und mehr erneuerbare Energien. Man muss nur mal einen Blick auf die Dächer werfen, um zu sehen wie weit Photovoltaikanlagen bisher in Wiesbaden verbreitet sind. Natürlich ist Photovoltaik nicht auf jedem Dach sinnvoll. Da wo es allerdings sinnvoll ist, darf kein Sonnenstrahl auf ein Dach ohne Solarzellen treffen. Das Solarkataster ist dabei ein guter Ausgangspunkt, um Ausbaupotentiale offen zu legen.“

Gerade auch die Wärmedämmung in Wiesbaden ist eine besondere Herausforderung mit über 25.000 denkmalgeschützten Gebäuden. „Da wo keine Fassadendämmung möglich ist, müssen wir uns auf andere Maßnahmen konzentrieren. Die Fenster können ausgetauscht werden, man kann bessere Belüftungssysteme einbauen und man kann die Dämmung im Gebäude verbessern. Stichwort: Zwischendeckendämmung. Für uns ist klar: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und wir haben den Willen ein klimaneutrales Wiesbaden zu schaffen“, erklärt Fabian Pflume.

Für mehr Solarkraftanlagen auf Privatdächern sollte die Stadt Wiesbaden außerdem prüfen, inwieweit es wirtschaftlich sinnvoll ist, große private Dachflächen zu mieten und dort selbst Solarkraftanlagen aufzubauen und zu betreiben. Außerdem müsse abgewogen werden, ob am jeweiligen Ort jeweils Photovoltaik oder thermische Solarkraftanlagen  sinnvoller wären. „Schließlich brauchen wir eine finanzielle Aufstockung der Energie- und Ressourceneffizienzberatung in Wiesbaden. Zu viele Einsparpotentiale gehen aus reiner Unwissenheit verloren, egal ob im Gewerbe oder im Privaten. Dieses Wissen müssen wir als Gesellschaft unkompliziert zur Verfügung stellen“, so der Juso-Vorsitzende.

Wie weiterführend auch aus einer älteren OECD-Studie (1) hervorgeht, verursachen Gebäude 40 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen. Dazu gehören die Raumheizung, die Beleuchtung, die Warmwasserproduktion und z.B. Haushalts- oder Bürogeräte. „Hier besteht sowohl bei gewerblichen und privaten als auch bei städtischen Gebäuden viel Verbesserungsbedarf. Auf die städtischen Gebäude haben wir aber den direktesten Zugriff. Hier sollte die Stadt Vorbild und Vorreiter sein“, bemerkt Pflume abschließend.

(1) OECD (2003): Enviromental Sustainable Buildings: Challenges and Policies, Organisation for Economic Cooperation and Development, Paris.

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