Mikroplastik verbieten

Mikroplastik verbieten

Der Unterbezirksparteitag möge beschließen:

Die Wiesbadener SPD fordert den Bundesparteitag dazu auf, sich für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika auszusprechen.

Antragsbegründung:

Plastik findet sich am Strand, Plastik findet sich im Shampoo und Plastik findet sich auch bald auf dem Teller. Dieser Vorwurf wird von vielen Umweltorganisationen vom BUND bis hin zu Greenpeace in Deutschland erhoben. Da in der Verbreitung von Plastik und insbesondere von Mikroplastik eine Gefahr für die Umwelt und somit auch den Menschen bestünde, fordern die Umweltorganisationen
ein aggressives Vorgehen gegen den Plastikmüll. Dazu gehört auch die Forderung vom Verbot von Mikroplastik in Kosmetika. Insgesamt werden pro Jahr ca. 496 Tonnen von Mikroplastik in kosmetischen Produkten hergestellt. Warum ist Mikroplastik gefährlich? Es handelt sich hierbei um einen unnatürlichen Stoff der früher oder später in die natürliche Umwelt gelangt. Da fragt man sich was hat dieser Stoff denn für Auswirkungen auf die Umwelt? Stöven et al. hat sich genau damit beschäftigt und fasst mehrere Faktoren zusammen, die Mikroplastik als Gefahr für die Biosphäre und damit auch den Menschen auszeichnen. Erstens beschriebt sie die Gefahr, das Mikroplastik von maritimen Organismen versehentlich mit Nahrung verwechselt wird. Das kann unproblematisch sein, wenn das Plastik wieder ausgeschieden wird, aber es kann auch zu einer Blockierung des Magen-Darm-Trakts und somit zum Tod führen. Außerdem kann es passieren, dass ein Organismus welcher schon Mikroplastik aufgenommen hat, von einem größeren gefressen wird und so entwickelt sich ein Fortgang. Auf diese Weise häuft sich dann das Mikroplastik in der Nahrungskette an. Eine zusätzliche Gefahr stellt zudem die Freisetzung von Additiven aus dem Plastik dar. So werden Additive zu Kunststoffen hinzugefügt, um z.B. Weichheit zu erhöhen, Flammenschutz, sowie UVSchutz zu gewährleisten. Diese Additive können toxisch oder hormonell wirksam sein. Diese können sich entweder im Wasser lösen oder direkt nach dem Fraß im Organismus ausbreiten. Auch besteht die Gefahr, dass sich andere persistente Schadstoffe (z.B. Pestizide, Industriechemikalien…) am Mikroplastik anreichern bzw. anlagern. Diese Schadstoffe können dann auch wieder durch Fraß durch Meerestiere in die Nahrungskette gelangen. Eine weitere Gefahr entsteht dadurch, dass sich Mikroorganismen auf treibendem Plastik ansiedeln können. So wurde z.B. festgestellt, dass sich Kieselalgen oder auch Korallen auf den Plastikpartikeln ansiedeln können und so einen regelrechten Biofilm bilden, der auch das Absinken der Partikel behindern kann. Aber auch für den Menschen krankheitserregende Bakterien können auf dem Mikroplastik siedeln. Dazu kommt auch noch das die Möglichkeit besteht, dass die Bakterien zusätzliche Additive aus dem Plastik freisetzen.