„Verschlafene Verkehrswende muss aufgeholt werden!“

Mehr Verkehrsverbesserungen nötig: 365€-Jahresticket für alle, klügeres Bewohnerparken, mehr Car- und Bikesharing und die Citybahn.

Die Jusos Wiesbaden sehen die Urteilsvertagung zu den möglichen Dieselfahrverboten des Verwaltungsgerichtes Wiesbaden zwiespältig. So besteht einerseits weiterhin Unsicherheit, andererseits habe man nun Zeit, um weitere Maßnahmen in Angriff zu nehmen. „Es sind weitere Verkehrsverbesserungen nötig. Wir brauchen das 365€-Jahresticket für alle, ein klügeres Bewohnerparken, mehr Car- und Bikesharing und ein Bekenntnis zur Citybahn“, so der Juso Vorsitzende Silas Gottwald.

„In den letzten Jahrzehnten hat Wiesbaden eine moderne Verkehrspolitik verschlafen. Die vielen Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrs in Wiesbaden dürfen deswegen kein Strohfeuer gewesen sein. Jetzt heißt es: Nicht nachlassen, die verschlafene Verkehrswende muss jetzt aufgeholt werden!“, so Gottwald weiter.

Die Idee eines 365-Euro Jahrestickets für die öffentlichen Verkehrsmittel ist sowohl aus sozialer als auch aus ökologischer Sicht sinnvoll. Aus sozialer Sicht, weil Mobilität kein Luxusgut sein sollte. Aus ökologischer Sicht, weil so Menschen auch überzeugt werden, das Auto mal stehen zu lassen und den umweltfreundlicheren Nahverkehr zu nutzen.

Vorbild ist das Jahresticket aus Wien. Dort verdoppelte sich die Anzahl der verkauften Jahreskarten. Rund 40 Prozent der Wiener besitzen demnach eine Jahreskarte. Mit der Zeit besteht die Chance, dass sich das 365€-Jahresticket amortisiert.

Das Wiesbadener Bewohnerparken benötigt außerdem dringend eine Überarbeitung. Insbesondere in den Abendstunden, wenn viele Anwohner von der Arbeit nach Hause kommen, zeigt es keine Wirkung: Durch die Parkscheibenregelung kann man auch als Auswärtiger problemlos ab 18 Uhr die ganze Nacht kostenfrei parken. Deswegen braucht es hier eine zeitliche Ausweitung des Bewohnerparkens. So könnte man auch den Parkplatzsuchverkehr verringern. Außerdem schränkt es tagsüber die arbeitende Bevölkerung ein: Beispielsweise in der Riederbergschule sind die Lehrerinnen und Lehrer alle zwei Stunden dazu gezwungen, ihre Parkscheibe weiter zu drehen. Ein zusätzlicher und unnötiger Stressfaktor.

Des Weiteren ist ein verstärkter Fokus auf Car- und Bikesharing nötig. ESWE Verkehr hat dazu mit dem Aufbau eines Leihradnetzes einen ersten Schritt getan. Doch das Thema Mobilität in Wiesbaden muss ganzheitlich gedacht werden. Die Stadt Wiesbaden muss der Plattform-Anbieter für jede Art der Mobilität sein.

Auch die Citybahn wird laut den Zahlen von ESWE Verkehr ein erheblicher Gewinn für Wiesbaden sein. Voraussichtlich wird es 100 000 Fahrgäste für die Citybahn pro Werktag geben. Das würde 20 000 neue Fahrgäste für den ÖPNV insgesamt bedeuten. Damit könnte ungefähr diese Anzahl an PKW-Fahrten pro Tag vermieden werden.

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